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Robotics

Affordance

Affordance — auf Deutsch „Angebotscharakter" — ist ein Konzept aus der Wahrnehmungspsychologie, das James J. Gibson 1977 prägte und das in der Robotik und KI zunehmend an Bedeutung gewinnt.

Gibson argumentierte: Wir nehmen Objekte nicht als abstrakte Formen wahr, sondern unmittelbar als Handlungsmöglichkeiten. Ein Stuhl wird als „Sitzgelegenheit" erkannt, ein Griff als „zum Ziehen", eine Treppe als „zum Steigen". Diese Wahrnehmung geschieht intuitiv und ohne bewusstes Nachdenken.

Für die Robotik ist das ein entscheidendes Konzept. Ein Roboter, der einen Raum analysiert, muss nicht nur erkennen, was ein Objekt ist — er muss verstehen, was er damit tun kann. Kann er den Becher greifen? Kann er die Tür öffnen? Kann er auf der Oberfläche etwas abstellen? Affordance-basierte Modelle ermöglichen Robotern, auch mit unbekannten Objekten umzugehen, sofern deren Handlungsmöglichkeiten erkennbar sind.

Neuere Arbeiten verknüpfen Affordances mit großen Sprachmodellen. SayCan (Google Research, 2022) verwendet ein LLM, um zu planen, was ein Roboter tun soll, und ein Affordance-Modell, um zu prüfen, was er in der aktuellen Situation tatsächlich tun kann. Das Ergebnis: Roboter, die natürlichsprachliche Anweisungen in physisch machbare Handlungsketten übersetzen.

Action Theory
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