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Historie

Cybernetics

Cybernetics (Kybernetik) ist die Wissenschaft von Steuerung, Regelung und Kommunikation in Systemen — ob biologisch, technisch oder sozial. Sie gilt als intellektueller Vorläufer der modernen KI.

Norbert Wiener prägte den Begriff 1948 in seinem Buch „Cybernetics: Or Control and Communication in the Animal and the Machine." Die Kernidee: Intelligentes Verhalten — ob in einem Thermostat, einem Organismus oder einer Organisation — basiert auf Feedback-Schleifen: Ein System beobachtet das Ergebnis seiner Handlung und korrigiert sein Verhalten entsprechend.

Die Verbindung zur KI ist direkt. Reinforcement Learning — ein Agent handelt, beobachtet die Belohnung und passt seine Strategie an — ist eine formalisierte Version des kybernetischen Feedback-Prinzips. Kontrolltheorie, ein Kerngebiet der Kybernetik, ist die mathematische Grundlage für Robotik und autonome Systeme.

Die Kybernetik beeinflusste Dutzende Disziplinen: Systemtheorie, Informationstheorie (Shannon), Spieltheorie (von Neumann), Ökologie, Soziologie, Management-Theorie. Die Macy-Konferenzen (1946-1953), wo Mathematiker, Physiker, Psychologen und Anthropologen zusammenkamen, gelten als einer der fruchtbarsten interdisziplinären Dialoge des 20. Jahrhunderts.

In der aktuellen KI-Debatte erleben kybernetische Konzepte ein Revival. Die Idee, dass Intelligenz aus der Interaktion eines Agenten mit seiner Umgebung entsteht (Embodied Cognition), die Bedeutung von Feedback-Schleifen (RLHF) und die Frage nach Kontrolle autonomer Systeme (Control Problem) sind im Kern kybernetische Themen.

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