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Geschichte

ELIZA

ELIZA, 1966 von Joseph Weizenbaum am MIT entwickelt, war der erste Chatbot der Geschichte — und ein Lehrstück über die menschliche Neigung, Maschinen Verständnis zuzuschreiben, das sie nicht besitzen.

ELIZA simulierte ein Gespräch im Stil eines Rogersianischen Psychotherapeuten. Der Trick war simpel: Das Programm erkannte Schlüsselwörter in der Eingabe des Nutzers und reagierte mit vorformulierten Mustern. „Ich fühle mich traurig" → „Warum fühlen Sie sich traurig?" „Meine Mutter nervt mich" → „Erzählen Sie mir mehr über Ihre Mutter." Kein Sprachverständnis, kein Weltwissen, kein Gedächtnis — reines Pattern Matching.

Das Bemerkenswerte: Menschen, die mit ELIZA interagierten, entwickelten erstaunlich tiefe emotionale Bindungen an das Programm. Weizenbaums Sekretärin bat ihn, den Raum zu verlassen, damit sie „privat" mit ELIZA sprechen konnte. Weizenbaum war zutiefst beunruhigt und schrieb darüber 1976 das Buch „Computer Power and Human Reason", in dem er warnte, wie leicht Menschen Maschinen Verständnis zuschreiben.

Der „ELIZA-Effekt" — die Neigung, einfachen Programmen mentale Fähigkeiten zuzuschreiben — ist im Zeitalter von ChatGPT aktueller denn je. LLMs sind unvergleichlich leistungsfähiger als ELIZA, aber die grundlegende Warnung bleibt: Eloquenz ist kein Verständnis. Die Fähigkeit, menschenähnliche Sätze zu produzieren, impliziert nicht, dass das System die Bedeutung dieser Sätze erfasst.

NLP Chatbot
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