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Grundlage

Formal Logic

Formal Logic (formale Logik) ist die mathematische Grundlage für präzises Schließen — und war das ursprüngliche Paradigma der Künstlichen Intelligenz, bevor statistische Methoden und neuronale Netze die Oberhand gewannen.

Die Grundidee der logikbasierten KI (Symbolische KI, GOFAI — Good Old-Fashioned AI): Wissen als logische Aussagen formulieren, Regeln für das Schließen definieren und durch mechanische Deduktion neue Wahrheiten ableiten. „Sokrates ist ein Mensch. Alle Menschen sind sterblich. → Sokrates ist sterblich."

Prädikatenlogik (First-Order Logic), Aussagenlogik und Modallogik waren die Formalismen. Prolog (1972, Alain Colmerauer) ist die Programmiersprache, die direkt auf logischer Inferenz basiert. Das Fifth Generation Computer Project (Japan, 1982-1992) setzte auf Prolog und formale Logik als KI-Grundlage — und scheiterte.

Das Scheitern lag an mehreren Problemen: Formalisierung ist mühsam (die „Knowledge Acquisition Bottleneck"). Reale Welt ist unsicher (Logik operiert mit Gewissheiten). Die Skalierung auf komplexe Probleme war ineffizient. Und: Das meiste menschliche Wissen ist implizit — wir können nicht artikulieren, warum ein Gesicht vertraut aussieht oder ein Satz grammatisch klingt.

Die Renaissance: Neurosymbolische KI (Neuro-Symbolic AI) versucht, die Stärken beider Paradigmen zu vereinen: neuronale Netze für Wahrnehmung und Mustererkennung, formale Logik für exaktes Reasoning. LLMs, die formal-logisch korrekt argumentieren könnten, wären ein Durchbruch — aktuell scheitern sie an komplexer logischer Deduktion.

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