IWF-Chefin Kristalina Georgieva hat beim Weltwirtschaftsforum in Davos eine eindringliche Warnung ausgesprochen - und dabei Worte gewählt, die man von einer IWF-Direktorin selten hört: „This is like a tsunami hitting the labor market."

60 % der Jobs betroffen

Die Zahlen, die Georgieva präsentierte, sind alarmierend: In den kommenden Jahren werden in entwickelten Volkswirtschaften 60 % aller Arbeitsplätze von KI betroffen sein - „either enhanced or eliminated or transformed." Global seien es 40 %. Dass die Chefin des Internationalen Währungsfonds solche Zahlen öffentlich in Davos nennt, hat Signalwirkung.

„Wake up!"

Georgieva wurde ungewöhnlich direkt: „So my appeal is - wake up! AI is for real and it is transforming our world faster than we are getting a handle." Es ist selten, dass eine IWF-Direktorin den versammelten Wirtschaftseliten in Davos einen derart klaren Weckruf erteilt.

Einordnung: Stimmen mehren sich

Georgievas Warnung steht nicht allein. Ebenfalls beim WEF in Davos (20.–24. Januar 2026) äußerten sich:

  • Dario Amodei (Anthropic): KI werde eine Welt erzeugen, die „very high GDP growth and potentially also very high unemployment and inequality" kombiniere - eine makroökonomische Konstellation, so Amodei, die es so noch nie gegeben habe.
  • Demis Hassabis (Google DeepMind): Forderte Studierende auf, jetzt „unbelievably proficient" mit KI-Tools zu werden - das sei heute wertvoller als ein klassisches Praktikum.

Ebenfalls in diesem Zeitraum warnte Mustafa Suleyman (Microsoft AI) in einem Interview mit der Financial Times, die meisten professionellen Aufgaben in Berufen wie Jura, Buchhaltung oder Marketing würden innerhalb von 12 bis 18 Monaten vollständig von KI übernommen.

Wenn IWF, Google, Microsoft und Anthropic dieselbe Warnung aussprechen - aus völlig unterschiedlichen Perspektiven und Interessenlagen - , ist das mehr als ein Zufall. Es ist ein Konsens, der sich quer durch die Entscheider-Elite bildet.

Die Arbeitsmarkt-Frage wird politisch

Parallel dazu: In Großbritannien sprach sich der britische Investitionsminister Jason Stockwood laut Financial Times für ein bedingungsloses Grundeinkommen aus, um erwartete Jobverluste durch KI abzufedern - „people are definitely talking about it", so Stockwood. In den USA zeigt der Harvard Youth Poll (Herbst 2025), dass 66 % der jungen Demokraten und 59 % der jungen Republikaner KI als große Bedrohung für ihre Karriere sehen - eine seltene parteiübergreifende Einigkeit.

🎯 Was das für Europa bedeutet

Im DACH-Raum kommt diese Debatte bislang nur langsam an. Doch wenn der IWF „Tsunami" sagt und die britische Regierung aktiv über UBI verhandelt, ist es nur eine Frage der Zeit, bis die Diskussion auch hierzulande die politische Agenda bestimmt. Die Frage ist nicht, ob diese Debatte kommt - sondern ob wir vorbereitet sind, wenn sie da ist.

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📰 Quellen
IWF Tsunami Yahoo Finance ↗ Amodei Davos Yahoo Finance ↗ Hassabis WEF ↗ Suleyman FT Fortune ↗ UK UBI Fortune ↗ Harvard Youth Poll ↗
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