Ein KI-Agent, der rund um die Uhr läuft, sich an vergangene Gespräche erinnert und in zehn Sekunden einsatzbereit ist — direkt in WhatsApp, Telegram oder Slack. Das chinesische KI-Unternehmen MiniMax hat mit MaxClaw einen neuen Maßstab für immer verfügbare KI-Assistenten gesetzt.
Vom Open-Source-Projekt zum Cloud-Dienst
MaxClaw basiert auf dem quelloffenen Framework OpenClaw — einer Open-Source-Plattform für den Bau persönlicher KI-Agenten. Das Problem bisheriger Lösungen: Wer einen solchen Agenten dauerhaft betreiben wollte, brauchte einen eigenen Server, API-Schlüssel und technisches Know-how.
MaxClaw löst das anders. Der Agent läuft vollständig in MiniMax' Cloud, lässt sich ohne technische Vorkenntnisse einrichten und ist innerhalb von zehn Sekunden aktiv. Unter der Haube arbeitet das hauseigene Sprachmodell MiniMax M2.5 mit 229 Milliarden Parametern.
Natürliche Sprache statt Prompt Engineering
Der interessanteste Aspekt ist die Art, wie MaxClaw konfiguriert wird. Statt komplexer Anweisungen (sogenanntes Prompt Engineering) beschreiben Nutzer ihre Anforderungen in normaler Sprache — und der Agent übersetzt das selbstständig in Arbeitsabläufe (SOPs, Standard Operating Procedures). Er organisiert dabei eigenständig, welche Werkzeuge er braucht: Websuche, Code-Ausführung oder Dateianalyse.
MaxClaw merkt sich vergangene Gespräche über einen persistenten Langzeitspeicher von mehr als 200.000 Token — das entspricht einem zusammenhängenden Kontext von rund 300 Seiten Text. Nutzer können dem Agenten einen Namen geben und seine Persönlichkeit anpassen.
Preis-Leistung als Kampfansage
MiniMax positioniert MaxClaw bewusst als günstige Alternative. Laut Unternehmensangaben kostet der Betrieb zwischen einem Siebtel und einem Zwanzigstel dessen, was vergleichbare Dienste auf Basis von Claude 3.5 kosten. Gleichzeitig bringt die zugehörige Expert 2.0-Plattform bereits über 10.000 vorgefertigte, domänenspezifische Agenten mit — von Community und offiziellem Team erstellt.
🎯 Was das für die Praxis bedeutet
1. MaxClaw macht KI-Agenten erstmals ohne technische Infrastruktur nutzbar — relevant für kleine Teams und Einzelunternehmer, die einen dauerhaft verfügbaren digitalen Assistenten suchen.
2. Die Messaging-Integration (WhatsApp,: Telegram, Slack, Discord) ermöglicht Workflows dort, wo Teams ohnehin kommunizieren — kein App-Wechsel, kein separates Dashboard nötig.
3. Wer bisher mit: OpenClaw experimentiert hat, bekommt jetzt eine verwaltete Cloud-Variante — allerdings mit der Bindung an MiniMax' M2.5-Modell statt freier Modellwahl.