In der Marketing-Branche gibt es ein offenes Geheimnis, das von vielen Agentur-Chefs derzeit noch gerne unter den Teppich gekehrt wird: Das klassische Geschäftsmodell der Performance-Marketing- und Paid-Ads-Agenturen steht vor der vollständigen Automatisierung und damit vor dem Aus.

Den finalen Sargnagel in diese Entwicklung schlagen nun KI-Suchmaschinen. Aravind Srinivas, CEO der "Answer Engine" Perplexity AI, verdeutlichte in einem aktuellen X-Post die völlig neue Mechanik der Werbewelt:

Maschinen werben bei Maschinen

Die These ist radikal: Paid Ads, wie wir sie heute kennen – also bunte Banner und gesponserte Links, die Menschen zu einem Klick verleiten sollen – werden obsolet. In der nahen Zukunft delegieren Nutzer ihre zeitfressenden Aufgaben an autonome KI-Agenten. Egal ob es um die Buchung eines Urlaubs, die Auswahl einer neuen Software oder den Stromanbieterwechsel geht: Der Agent übernimmt die Recherche.

Der Milliardenmarkt der Werbung verlagert sich damit in den Hintergrund. Marken pitchen ihre Angebote, Rabatte und Deals künftig nicht mehr an zögerliche menschliche Kunden, sondern direkt an die KI-Agenten der Nutzer. Dabei treten in Echtzeit hochkomplexe Algorithmen gegeneinander an. Das Targeting, Bidding und das Auswerten von A/B-Tests übernimmt die Maschine selbst.

🎯 Was das für die Praxis bedeutet

1. Ende des manuellen Campaign-Managements: Für Agenturen, deren USP lediglich im Einstellen und Optimieren von Facebook- oder Google-Ads liegt, bricht die Geschäftsgrundlage weg. Dieser Vorgang lässt sich 2026 nicht mehr gegen Honorar an Kunden verkaufen.

2. Perplexity steigt in den Ring: Perplexity integriert "Sponsored Follow-up Questions" und bereitet sich darauf vor, Werbebudgets abzuschöpfen. Marken zahlen dafür, als primäre Antwort im Gedächtnis des Agenten aufzutauchen.

3. Der neue Flaschenhals: Auch Intermediäre wie Perplexity sind auf lange Sicht gefährdet (Man-in-the-middle-Problem). Sobald wir vollständig autonome Edge-Agenten auf unseren Smartphones haben (wie etwa bei offenen Systemen à la OpenClaw), handeln diese Deals direkt mit den Händlern aus, vorbei an klassischen Suchmaschinen.

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📰 Quellen
Aravind Srinivas auf X ↗
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