Google stattet seine Karten-App mit einem massiven KI-Update aus. Die wichtigste neue Funktion nennt sich "Ask Maps": Ein konversationelles Interface, mit dem Nutzer komplexe, ortsbezogene Fragen an die Karte stellen können.
Statt nach generischen Begriffen zu suchen, lassen sich durch die Integration der hauseigenen Gemini-Modelle nun spezifische Anforderungen formulieren — etwa nach einem ruhigen Treffpunkt in der Mitte zwischen zwei Personen, der auch vegane Optionen bietet. Das System durchsucht dafür über 300 Millionen verzeichnete Orte und Milliarden von Nutzerbewertungen und erstellt daraus Empfehlungen.
Immersive Navigation: Weniger Stress am Steuer
Neben der neuen Suchfunktion wird zudem die Navigation von Grund auf überarbeitet. Die sogenannte Immersive Navigation nutzt Luftbilder und Street-View-Daten, um eine detaillierte 3D-Ansicht der jeweiligen Umgebung zu erzeugen. Das soll besonders beim Einordnen auf mehrspurigen Straßen oder bei unübersichtlichen Kreuzungen helfen.
Die Routenplanung analysiert nun außerdem transparent die Vor- und Nachteile alternativer Strecken, wie etwa die Abwägung zwischen Mautgebühren und Fahrzeit. Die Funktion wird ab sofort in den USA ausgerollt, weitere Regionen dürften folgen.
🎯 Was das für die Praxis bedeutet
1. Neue Suchgewohnheiten: Wenn Nutzer statt nach generischen Orten künftig nach konkreten Problemlösungen ("Wo kann ich in Ruhe arbeiten und mein E-Auto laden?") suchen, müssen lokale Unternehmen ihre Online-Profile entsprechend detaillierter pflegen.
2. KI als unsichtbarer Helfer: Google beweist hier, dass Künstliche Intelligenz nicht zwingend als klassischer Chatbot auftreten muss, sondern auch im Hintergrund als mächtiger Datenfilter für komplexe Benutzeroberflächen funktionieren kann.