Amazon hat den humanoiden Roboter-Entwickler Fauna Robotics übernommen. Das New Yorker Startup — gegründet von ehemaligen Meta- und Google-Ingenieuren — baut mit Sprout einen 107 cm großen, bipedalen Roboter für 50.000 Dollar, der bewusst nicht für Fabrikhallen, sondern für Haushalte und soziale Interaktion konzipiert ist.

Ein Roboter zum Anfassen

Sprout unterscheidet sich deutlich von den industriellen Humanoiden der Konkurrenz: Mit nur 22,7 Kilogramm kann er getragen werden, läuft out-of-the-box selbstständig und steigt sogar Treppen. Der gesamte Körper ist mit einem weichen, gummiartigen Material überzogen — falls es doch zu Kontakt mit Menschen kommt, soll das weniger schmerzhaft sein als bei Metall- und Carbonrobotern.

Technisch bietet Sprout 29 Freiheitsgrade, zwei 3-Finger-Greifer und antennenförmige Augenbrauen für einen „ausdrucksvollen" Look. Die Batterie hält 3 bis 3,5 Stunden. Programmiert wird in Python und C++, kompatibel mit Nvidia Isaac Sim, Gazebo und MuJoCo. Frühe Kunden: Disney und Boston Dynamics.

Amazons Robotik-Strategie

Amazon investiert seit über einem Jahrzehnt in Robotik — von der 775-Millionen-Dollar-Übernahme von Kiva Systems (2012) bis zur eigenen Warehouse-Robotik-Division. Erst letzte Woche hatte Amazon das Schweizer Startup Rivr für Paketlieferung an die Haustür übernommen. Mit Fauna Robotics steigt Amazon nun explizit in den Consumer-Humanoiden-Markt ein — und konkurriert direkt mit Teslas Optimus, Figure AI und Unitree.

Die rund 50 Fauna-Mitarbeiter ziehen zu Amazon nach New York. Fauna soll als „Fauna Robotics, an Amazon company" weiter unter eigenem Namen operieren, so CEO Rob Cochran.

🎯 Was das für die Praxis bedeutet

1. Consumer-Robotik wird ernst: Wenn Amazon in humanoide Roboter für den Haushalt investiert, signalisiert das Massenmarkt-Ambitionen — nicht nur Forschungsprojekte.

2. Entwicklerplattform-Ansatz: Sprout positioniert sich als offene Plattform für Robotik-Entwickler. Wer an autonomen Systemen arbeitet, hat jetzt eine 50.000-Dollar-Alternative zu sechsstelligen Industrierobotern.

3. Konsolidierung beschleunigt sich: Amazon, Tesla, Google — die Tech-Giganten kaufen Robotik-Startups im Wochentakt. Kleinere Anbieter sollten ihre Positionierung überdenken.

📰 Quellen
CNBC ↗ Fauna Robotics ↗ heise online ↗
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