Apple macht ernst mit der KI-Öffnung: Ab iOS 27 sollen Nutzer selbst entscheiden können, welcher Chatbot hinter Siri steckt. Statt exklusiv auf ChatGPT zu setzen, öffnet Apple seine Sprachassistentin für Gemini, Claude, Grok und weitere Drittanbieter — ein strategischer Paradigmenwechsel, wie Bloomberg berichtet.

Siri wird zum KI-Marktplatz

Bisher funktionierte Siris KI-Anbindung so: Konnte sie eine Frage nicht beantworten, bot sie an, diese an ChatGPT weiterzuleiten. Diese Exklusivpartnerschaft mit OpenAI ist bald Geschichte. In iOS 27, iPadOS 27 und macOS 27 führt Apple sogenannte „Extensions" ein — eine neue Option in den Apple-Intelligence-Einstellungen, über die Nutzer ihren bevorzugten Chatbot auswählen können (→ KI Woche Analyse).

Konkret heißt das: Wer etwa die Claude-App von Anthropic oder Gemini von Google installiert hat, kann Siri-Anfragen direkt an diese Dienste weiterleiten — ganz so, wie es bisher nur mit ChatGPT möglich war. Apple soll in den Einstellungen sogar Download-Links zu den jeweiligen Chatbot-Apps bereitstellen, wie MacRumors bestätigt.

Die Plattform-Strategie dahinter

Apple verfolgt damit ein Kalkül, das in der Tech-Branche für Aufsehen sorgt: Statt selbst Milliarden in KI-Training zu investieren, wird Siri zur Verteilungsplattform für die KI-Modelle anderer. Die Rechnung ist simpel — über den App Store kassiert Apple bis zu 30 Prozent an jeder KI-Abonnement-Zahlung mit.

Das Ausmaß wird deutlich, wenn man die Investitionsstrategie vergleicht: Während Wettbewerber wie Google, Microsoft und Meta ihre KI-Investitionsausgaben laut Branchenanalysen um 42 bis 95 Prozent steigern, soll Apples Investitionsbudget sogar um 19 Prozent gesunken sein. Apple lässt andere das teure KI-Training übernehmen — und verlangt Miete für den Zugang zu seinen 2,5 Milliarden aktiven Geräten.

Apples eigener Chatbot kommt trotzdem

Parallel arbeitet Apple weiterhin an einem grundlegenden Siri-Umbau: Eine eigene Chatbot-Version von Siri, die laut Bloomberg auf Googles Gemini-Modellen basieren soll, ist in Entwicklung. Die Extensions-Funktion gibt Nutzern lediglich die Wahl, Anfragen an ihren bevorzugten Chatbot zu schicken, anstatt Apples eigene Lösung zu nutzen.

Die Ankündigung wird für die WWDC-Keynote am 8. Juni 2026 erwartet. OpenAI verliert damit seine bisherige Exklusivstellung. Bemerkenswert: Elon Musks xAI hatte Apple und OpenAI zuletzt verklagt — mit dem Vorwurf, die beiden Unternehmen würden ihre Marktdominanz im KI-Bereich absichern. Musk drängt seit Längerem darauf, seinen Chatbot Grok auf dem iPhone verfügbar zu machen.

🎯 Was das für die Praxis bedeutet

1. Wahlfreiheit für iPhone-Nutzer: Ab iOS 27 können Nutzer erstmals ihren bevorzugten KI-Assistenten direkt in Siri einbinden — Claude, Gemini oder Grok statt nur ChatGPT.

2. Neue Reichweite für KI-Anbieter: Anthropic und Google erhalten über siri-integrierte Extensions direkten Zugang zu Milliarden Apple-Nutzern, ohne eigene Hardware vertreiben zu müssen.

3. Plattform-Dominanz statt Modelldominanz: Apple zeigt, dass man den KI-Markt nicht durch das beste Modell gewinnt, sondern durch die Kontrolle der Nutzerschnittstelle.

4. App-Store-Umsätze für KI-Abos: Jedes KI-Abonnement, das über die Siri-Extensions abgeschlossen wird, fließt zu einem Teil an Apple — ein neues Milliardengeschäft.

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📰 Quellen
Bloomberg ↗ MacRumors ↗ @cryptopunk7213 auf X ↗ @MilkRoadAI auf X ↗
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