Cognition
Cognition (Kognition) bezeichnet die Gesamtheit der mentalen Prozesse, die Wahrnehmung, Denken, Erinnern, Schlussfolgern und Entscheiden umfassen. In der KI-Forschung ist Kognition das Referenzmodell, an dem sich intelligente Systeme messen lassen müssen.
Die kognitive Psychologie — begründet durch George Miller, Ulric Neisser und Herbert Simon in den 1950er und 60er Jahren — modelliert das menschliche Denken als Informationsverarbeitung. Diese Analogie war einer der intellektuellen Ausgangspunkte der KI-Forschung: Wenn Denken Berechnung ist, kann eine Maschine denken.
Die Cognitive Architecture-Forschung versuchte, menschliche Kognition direkt nachzubauen. ACT-R (John Anderson, Carnegie Mellon) und SOAR (Allen Newell) modellierten Gedächtnis, Problemlösung und Lernen als Regelsysteme. Diese Systeme sind transparent und erklärbar, aber skalieren schlecht und konnten mit der Leistung neuronaler Netze nicht mithalten.
Die aktuelle Debatte: Haben große Sprachmodelle Kognition? Sie können schlussfolgern (manchmal), planen (rudimentär), sich erinnern (innerhalb des Kontextfensters) und kreativ sein (im Sinne von Rekombination). Aber sie haben kein Bewusstsein, keine Embodiment (Körpererfahrung) und kein kausales Verständnis.
Yann LeCun argumentiert, dass aktuelle LLMs nur „System 1" -Denken beherrschen (schnell, intuitiv) und für echte Kognition „System 2" (langsam, deliberativ) fehlt — eine Unterscheidung, die Daniel Kahneman in „Thinking, Fast and Slow" populär machte.