Unsere Einordnung

Googles ehemaliger CEO Eric Schmidt trifft bei Peter Diamandis auf eine Frage, die die Tech-Branche spaltet: Wann kommt die Singularität? Schmidts Antwort: Schneller als die meisten denken — aber mit einem massiven Engpass, den kaum jemand auf dem Schirm hat.

Das 92-Gigawatt-Problem

Schmidts überraschendste These: Der größte Flaschenhals für KI ist nicht die Modellarchitektur, nicht die Daten — sondern Strom. Er beziffert den Energiebedarf der laufenden KI-Skalierung auf 92 Gigawatt, mehr als viele Länder verbrauchen. Seine provokante Lösung: Orbitale Rechenzentren. Rechenzentren im Weltraum lösen zwei Probleme gleichzeitig — Kühlung und Energieversorgung.

Rekursive Selbstverbesserung

Ab der Mitte des Gesprächs wird es fundamental: Schmidt beschreibt den Moment, an dem KI-Agenten beginnen, ihren eigenen Code zu verbessern. Diese rekursive Selbstverbesserung soll laut dem „San Francisco Consensus" ab Mitte 2026 einsetzen und eine Asymptote schaffen — einen Punkt, ab dem maschinelles Lernen biologische Grenzen dauerhaft übertrifft.

Geopolitik der KI

Schmidt ordnet die technologische Entwicklung in einen strategischen Rahmen ein: Der Wettlauf zwischen USA und China entscheide sich nicht bei Sprachmodellen, sondern bei der Robotik-Revolution. Wer die physische KI beherrsche, kontrolliere die nächste Wirtschaftsordnung.

Ein Gespräch, das abstrakte Visionen mit konkreten Infrastruktur-Problemen verbindet — und zeigt, warum die Singularitäts-Debatte keine akademische Übung mehr ist.