Co-Pilot
Ein Co-Pilot — in der aktuellen KI-Branche prominent gemacht durch Microsoft Copilot und GitHub Copilot — beschreibt ein KI-System, das neben dem Menschen arbeitet: Es assistiert, schlägt vor, automatisiert Teilschritte — aber der Mensch behält die Kontrolle und trifft die Entscheidung.
Die Metapher kommt aus der Luftfahrt: Der Copilot sitzt neben dem Kapitän, übernimmt Routineaufgaben und überwacht Systeme, aber der Kapitän hat das letzte Wort. Übertragen auf KI: GitHub Copilot schlägt Code-Zeilen vor, aber der Entwickler entscheidet, welche er übernimmt. Microsoft 365 Copilot fasst Meetings zusammen und erzeugt Folienentwürfe, aber der Mitarbeiter überprüft und finalisiert.
Hinter der freundlichen Metapher steckt eine strategische Positionierung: „Copilot" signalisiert Augmentation statt Replacement. Microsoft wählte den Namen bewusst, um Ängste vor Jobverlusten zu adressieren und Akzeptanz zu fördern.
Technisch sind aktuelle Copiloten LLM-basierte Systeme mit Kontextzugang: GitHub Copilot sieht den geöffneten Code und die Projektstruktur. Microsoft 365 Copilot greift auf E-Mails, Dokumente und Kalender zu. Die Qualität hängt vom Kontext ab — je mehr relevante Informationen der Copilot „sieht", desto besser seine Vorschläge.
Die offene Frage: Bleibt die Copilot-Metapher dauerhaft, oder werden heutige Copiloten zu morgen Autopiloten? Andrew Ng prognostiziert, dass „Agentic AI" den Copilot schrittweise zum autonomen Agenten weiterentwickeln wird.