Google erweitert seine Office-Suite um eine direkte Möglichkeit zur Erstellung von Folien-Vorträgen: In Google Slides lassen sich ab sofort vollständige, editierbare Präsentationen per KI-Prompt und im eigenen Corporate Design generieren. Anders als reine Bildgeneratoren erzeugt die Erstellungsfunktion native Google-Slides-Objekte, die nach der Erzeugung beliebig angepasst werden können.

Nach den Google Workspace KI-Updates und der automatischen Dokumenten-Generierung in Gemini legt der Hersteller damit den Fokus auf das visuelle Vorbereiten von Berichten und Vorträgen.

Context-Awareness: Verknüpfung mit bestehenden Drive-Dateien

Ein zentrales Element der neuen Funktion ist das Einbinden eigener Quelldokumente. Über den Dialog Ask Gemini in der oberen rechten Ecke von Google Slides können Anwender bestehende Textdokumente (Docs), Tabellen (Sheets) oder PDF-Dateien aus Google Drive als inhaltliche Datenbasis auswählen. Die KI analysiert diese Dateien und erstellt daraus strukturierte Folienentwürfe, die sich auf die konkreten Daten der Quelldokumente stützen.

Um das optische Erscheinungsbild des Unternehmens zu wahren, erlaubt die Schnittstelle zudem das Referenzieren einer bestehenden Präsentation als Style-Guide. Gemini übernimmt dabei das Farbschema, die Typografie und die grundlegenden Layout-Muster des angegebenen Beispiels, sodass neu erzeugte Folien direkt dem firmeninternen Designstandard entsprechen.

Zweistufiger Ablauf und volle Editierbarkeit

Der Erstellungsprozess verläuft in zwei Schritten: Nach Eingabe des Prompts und der Auswahl von Quellen und Designreferenzen schlägt Gemini zunächst eine gegliederte Struktur (Outline) vor. Nutzer können diesen Entwurf prüfen, einzelne Abschnitte umstellen, ergänzen oder den Tonfall anpassen, bevor die eigentliche Folienerstellung gestartet wird.

Die generierten Präsentationen bestehen nicht aus zusammengefügten Pixelgrafiken, sondern aus Standard-Elementen von Google Slides. Textfelder, Formelemente und Diagramme bleiben einzeln anwählbar und manuell veränderbar. Zusätzlich kann Gemini begleitende Sprechernotizen formulieren oder Vorschläge für passende Grafiken und KI-generierte Bilder machen.

Die Funktion steht laut Angaben von Google auf der Desktop-Oberfläche für Konten mit den Tarifen Google Workspace Business Standard/Plus, Enterprise Standard/Plus sowie für Nutzer passender Google-AI-Abos zur Verfügung. Zum Start werden Prompts und Eingaben in englischer Sprache unterstützt.

🎯 Was das für die Praxis bedeutet

1. Master-Design im Drive bereitstellen: Teams sollten eine freigegebene Master-Präsentation im Google Drive pflegen, um sie Gemini bei der Erstellung neuer Decks als Stilvorlage zuzuweisen.

2. Dokumente als Datenbasis verknüpfen: Statt Folien manuell aus Berichten zu übertragen, können bestehende PDFs, Docs oder Sheets direkt als Wissensquelle verlinkt werden.

3. Gliederungsentwurf vorab prüfen: Der zweistufige Prozess erlaubt eine inhaltliche Freigabe des Folien-Outlines, bevor das visuelle Layout final generiert wird.

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📰 Quellen
Google Workspace Blog ↗ Google Workspace auf X ↗
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