Claude
Claude ist die Sprachmodell-Familie von Anthropic und gilt als einer der direkten Konkurrenten zu OpenAIs GPT-Reihe. Der Name geht auf Claude Shannon zurück, den Begründer der Informationstheorie.
Claude unterscheidet sich von GPT durch den Trainingsansatz. Während OpenAI primär auf RLHF (Reinforcement Learning from Human Feedback) setzt, entwickelte Anthropic Constitutional AI (CAI): Das Modell bewertet seine eigenen Ausgaben anhand expliziter Prinzipien und korrigiert sich selbst, bevor menschliches Feedback ins Spiel kommt. Das Ziel: ein System, das „hilfreich, harmlos und ehrlich" ist.
Die Modellreihe hat sich schnell entwickelt. Claude 1 (März 2023) war solide, aber GPT-4 unterlegen. Claude 2 (Juli 2023) bot ein 100k-Token-Kontextfenster, als GPT-4 noch bei 8k lag. Claude 3 (März 2024) in den Varianten Haiku (schnell/günstig), Sonnet (ausgewogen) und Opus (leistungsstärkstes) erreichte GPT-4-Niveau und übertraf es in einigen Benchmarks.
Charakteristisch für Claude ist der lange, nuancierte Schreibstil, die relative Zurückhaltung bei unsicheren Aussagen und die ausgeprägte Bereitschaft, eigene Grenzen einzugestehen. Kritiker nennen Claude manchmal „zu vorsichtig" — Anthropic sieht das als Feature, nicht als Bug.
Die Preisstruktur (API-basiert, gestaffelt nach Modellgröße) und Features wie Tool Use, Vision und das 200k-Token-Kontextfenster machen Claude zu einer vollwertigen Alternative in der zunehmend kompetitiven Landschaft der Foundation Models.