Kurz vor der Google I/O sickern immer mehr Details zu kommenden Produkten durch. Gleich zwei Leaks aus den letzten Tagen zeigen, dass Google an den Fundamenten seiner KI-Strategie schraubt: Ein neuer „Agent"-Modus für Gemini soll komplexe Aufgaben automatisieren, während NotebookLM eine komplett neue visuelle Ebene bekommt.

Gemini bekommt einen „Agent"-Modus

Laut geleakten Screenshots testet Google bereits intern eine neue Funktion namens „Agent" für Gemini und Gemini Enterprise. Die Oberfläche zeigt ein Task-Interface mit mehreren auffälligen Komponenten:

  • Ziel-Definition: Nutzer beschreiben, was der Agent erreichen soll.
  • Verbundene Apps und Dateien: Der Agent greift auf externe Anwendungen und Dokumente zu.
  • Human-Review-Toggle: Ein expliziter Schalter, der festlegt, ob ein Mensch Zwischenergebnisse prüfen muss, bevor der Agent weitermacht.

Besonders der Human-Review-Schalter ist bemerkenswert: Er deutet darauf hin, dass Gemini künftig nicht nur einzelne Fragen beantworten, sondern mehrstufige Desktop-Aufgaben autonom ausführen können soll. Skills und Projects sollen ebenfalls in Entwicklung sein — was auf eine umfassende Automatisierungsplattform hindeutet.

NotebookLM: Canvas und Connectors

Parallel dazu zeigen weitere Leaks, dass Googles beliebtes Recherche-Tool NotebookLM zwei große Erweiterungen bekommt:

  • Canvas-Modus: Nutzer sollen künftig visuelle Darstellungen ihrer Notebook-Daten generieren können — Diagramme, Mindmaps oder andere Visualisierungen direkt aus den hochgeladenen Quellen.
  • Connectors: In den Einstellungen ist bereits eine neue „Connectors"-Option aufgetaucht (aktuell noch versteckt). Das deutet darauf hin, dass NotebookLM künftig direkt auf externe Datenquellen zugreifen kann — etwa Google Drive, Slack oder Unternehmens-Datenbanken.

Zusammen mit der bereits angekündigten Personal Intelligence-Funktion könnte NotebookLM zur Google I/O einen massiven Sprung machen: Vom passiven Quellen-Analysetool zur aktiven Wissensplattform, die eigene Daten visuell aufbereitet und automatisch mit externen Quellen verknüpft.

Strategische Einordnung

Die Leaks passen in ein klares Muster: Google will Gemini zur zentralen Arbeitsplattform ausbauen — nicht nur als Chat-Interface, sondern als autonome Arbeitsmaschine, die Aufgaben über mehrere Apps hinweg erledigt. Damit positioniert sich Google direkt gegen Anthropics Agent-Strategie und Microsofts Copilot-Ökosystem. Die Google I/O dürfte den offiziellen Startschuss geben.

🎯 Was das für die Praxis bedeutet

1. Google I/O im Kalender markieren: Die Dichte der Leaks deutet auf große Ankündigungen hin. Wer KI-Strategie verantwortet, sollte die Keynote am 20. Mai unbedingt verfolgen.

2. NotebookLM jetzt schon testen: Wer das Tool noch nicht kennt, sollte jetzt einsteigen. Die kommenden Upgrades werden auf der bestehenden Nutzerbasis aufbauen — wer bereits Quellen hochgeladen hat, profitiert sofort.

3. Agent-Plattformen vergleichen: Google Agent, Anthropics Agent-Teams, Microsofts Copilot Agents — alle drei Tech-Riesen bauen parallel autonome KI-Assistenten. Unternehmen sollten jetzt evaluieren, welches Ökosystem am besten zu ihrer bestehenden Infrastruktur passt.

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📰 Quellen
@testingcatalog auf X (Agent) ↗ @testingcatalog auf X (Canvas) ↗
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