Waymo braucht keine umgerüsteten Jaguare mehr. Alphabets Robotaxi-Sparte hat heute den Ojai vorgestellt — das erste Fahrzeug, das von Grund auf als fahrerlose Mitfahrgelegenheit konzipiert wurde. Kein Lenkrad, kein Gaspedal, keine Kompromisse mit einem Design, das eigentlich für menschliche Fahrer gedacht war. Stattdessen: eine Kabine, die sich wie ein Wohnzimmer auf Rädern anfühlen soll.

Ein Auto, das kein Auto sein will

Der Name ist Programm: „Ojai" — benannt nach dem kalifornischen Ort, der „Oase" bedeutet. Wer die aufzugartigen Türen öffnet, betritt einen Raum mit komplett flachem Boden und tiefem Einstieg. Drei große LED-Bildschirme lassen Fahrgäste Temperatur, Musik und Beleuchtung steuern. Es ist weniger Rückbank als Lounge.

Bemerkenswert ist die Barrierefreiheit, die direkt in das Fahrzeugdesign integriert wurde: eingebettete Braille-Beschriftungen, Screen-Reader-Kompatibilität und ein in den Sitz integrierter Haltegriff für den Ein- und Ausstieg. Laut Waymo entstand das Design in jahrelanger Zusammenarbeit mit Fahrern und Community-Partnern.

Sechste Generation des Waymo Driver

Unter der Haube — oder besser: im Dach — steckt die sechste Generation des Waymo Driver. Das Sensorsystem debütiert im Ojai und ist ein direkter Nachfolger der Technologie, die bereits über 20 Millionen vollautonome Fahrten in mehr als elf Städten absolviert hat. Die neue Generation erweitert den Einsatzbereich erstmals auch auf schneereiche Regionen — ein entscheidender Schritt für die nationale Expansion.

Die Produktion läuft in Waymos eigener Fabrik in Mesa, Arizona, und wird auf eine Kapazität von Zehntausenden Einheiten pro Jahr hochskaliert. Technisch basiert das Fahrzeug auf der Zeekr M-Vision-Plattform des chinesischen Geely-Konzerns.

Der Fahrplan

Waymo-Mitarbeiter fahren seit Monaten autonom im Ojai. In den kommenden Wochen öffnet der Dienst für erste öffentliche Fahrer in San Francisco, Phoenix und Los Angeles — zunächst als kostenlose Fahrten für „Trusted Tester". In den Folgemonaten sollen Denver, Las Vegas und San Diego hinzukommen. Bis Ende 2026 will Waymo den Ojai dann für alle Nutzer zugänglich machen.

🎯 Was das für die Praxis bedeutet

1. Paradigmenwechsel im Fahrzeugdesign: Der Ojai zeigt, wohin die Reise geht — weg vom Fahrersitz, hin zur Passagierkabine. Für Zulieferer und Interieur-Designer eröffnet das komplett neue Anforderungen: Infotainment, Komfort und Barrierefreiheit werden wichtiger als Fahrerdisplays und Pedalerie.

2. E-Commerce-Relevanz: Wer in der Liefer- oder Ride-Hailing-Branche arbeitet, sollte den Ojai-Rollout beobachten. Die Skalierung auf Zehntausende Einheiten pro Jahr signalisiert, dass Waymo von einer Pilotphase in den Regelbetrieb wechselt.

3. Schneefähigkeit als Wendepunkt: Bisherige Robotaxis waren auf sonnige Klimazonen beschränkt. Die sechste Generation des Waymo Driver ändert das — und öffnet damit potenziell den gesamten US-Markt inklusive Midwest und Nordosten.

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📰 Quellen
@Waymo auf X ↗ Waymo Blog ↗ Wikipedia Waymo Ojai ↗ Waymo Ojai YouTube ↗
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