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David Holz kennt man als Gründer von Midjourney, dem Bildgenerator. Was weniger bekannt ist: Holz war davor Hardware-Ingenieur bei Leap Motion und hat nie aufgehört, physische Dinge zu bauen. Sein neuestes Projekt heißt Midjourney Medical und hat mit Bildgenerierung nichts zu tun. Es ist ein Ganzkörper-Ultraschall, der aus 40 gehackten Ultraschall-Sonden, einem Wassertank und einem Unterwasser-Aufzug besteht.

Das Konzept ist bestechend einfach: Der Patient steigt in warmes Wasser, ein motorisierter Aufzug fährt ihn langsam durch einen Ring aus 40 Butterfly-Sonden. Jede Sonde sendet hochfrequenten Schall, alle anderen hören die Echos ab. Aus der 360-Grad-Abdeckung entsteht ein vollständiges 3D-Bild des Körperinneren. Keine Strahlung, kein Gel, keine spezielle Infrastruktur.

Hardware-YouTuber Marcin Plaza hat das Projekt über ein Jahr begleitet und zeigt in diesem Video den ersten funktionierenden Forschungsprototypen. Was dabei auffällt: Kein einziges Teil ist exotisch. Pool-Pumpe, Standard-Schrittmotoren, Raspberry Pis, handelsübliche Computer. Die Innovation liegt nicht in der Hardware, sondern in der Kombination und der Software, die Terabytes an Echtzeit-Daten komprimiert und daraus Bilder berechnet.

Die Caltech-Forscher Gin Hua und David Gary, die das ursprüngliche Forschungspaper geschrieben haben, arbeiten jetzt bei Midjourney Medical weiter. Software-Ingenieur Alex Kristofferson demonstriert im Video einen kleineren 8-Sonden-Tank, der Knochen und Muskeln in Echtzeit sichtbar macht.

Regulatorisch ist das Projekt weiter als erwartet: Die FDA hat den Scanner als Klasse-2-Medizinprodukt für Body Composition klassifiziert. Das bedeutet, Midjourney Medical muss zwar alle Medizinprodukt-Prozesse einhalten, braucht aber keine FDA-Genehmigung, um das Gerät für Körperzusammensetzungs-Analysen zu öffnen. Für weitergehende medizinische Anwendungen wäre ein separater FDA-Antrag nötig.

Die Roadmap ist ambitioniert: Der aktuelle Gen-1-Prototyp soll zunächst viele Scans sammeln. Gen 2 soll "totally different and crazier" werden, Gen 3 bekommt Custom-Chips. Langfristig will Holz 10.000 Geräte produzieren und einen Spa-artigen Betrieb eröffnen, in dem Scans zur Routine werden.

Die eigentlich interessante Vision dahinter: Bisher fehlen der Medizin schlicht die Daten, um Algorithmen für die Früherkennung zu trainieren. Es gibt zu wenige Scans von gesunden Menschen. Wenn dieser Scanner breit eingesetzt würde, entstünde erstmals eine longitudinale Datenbasis über den menschlichen Körper, die Veränderungen über die Zeit sichtbar macht. Kein anderes bildgebendes Verfahren könnte das zu diesem Preis leisten.

Bemerkenswert ist auch, was Holz über die Finanzierung sagt: Midjourney Medical hat keine externen Investoren. "No one can tell me not to do it." Dieselbe Unabhängigkeit, die Midjourney bei der Bildgenerierung groß gemacht hat, steckt auch in diesem Projekt.