Es war zwischenzeitlich ruhiger geworden um OpenClaw, den Open-Source-KI-Agenten des österreichischen Entwicklers Peter Steinberger. Konkurrenz durch Projekte wie Hermes Agent, der auf lokales Lernen und dauerhaftes Gedächtnis setzt, hatte die Aufmerksamkeit der Community zeitweise umgelenkt. Doch das OpenClaw-Team liefert weiter - und hat am heutigen Sonntag einen spürbaren Schritt gemacht: native Companion-Apps für iOS und Android sind ab sofort in den App Stores verfügbar.

Die Idee hinter den Apps: OpenClaw läuft als sogenanntes Gateway auf dem eigenen Rechner oder Server. Die neue Smartphone-App koppelt sich per QR-Code mit diesem Gateway und verwandelt das iPhone oder Android-Gerät in einen mobilen Steuerungsknoten. Chatten mit dem Agenten, ein Echtzeit-Sprachmodus namens Talk Mode, das Freigeben von Aktionen per Push-Benachrichtigung und das Teilen von Medien direkt aus dem Betriebssystem heraus - all das funktioniert jetzt vom Handy aus.

Was die Apps konkret können

Die Funktionsliste liest sich umfangreicher als bei den meisten KI-Assistenten-Apps. Nutzer können nach Wahl einzelne Gerätefähigkeiten freischalten: Kamera, Bildschirminhalt, Standort, Fotos, Kontakte, Kalender und Erinnerungen. Der Local-first-Ansatz bleibt dabei erhalten - alle Daten, Schlüssel und Konfigurationen verbleiben beim Nutzer. Die iOS-Version erfordert mindestens iOS 18.0 und läuft auch auf der Apple Watch (watchOS 11.0+).

OpenClaw vs. Hermes: Zwei Philosophien, ein Trend

Ein Tech-Kommentator bringt die aktuelle Dynamik in einem viel beachteten Post auf den Punkt: Die besten KI-Agenten verlassen die Cloud. OpenClaw und Hermes stehen als die zwei führenden Ansätze gegenüber. Während OpenClaw auf Interfaces, Scheduling und Multiplattform-Zugang setzt, bietet Hermes persistentes Gedächtnis und kontinuierliches Lernen auf eigener Hardware. Beide Projekte eint der Grundgedanke: Der Agent gehört dem Nutzer, nicht einer Plattform.

Leise, aber stetig weiterentwickelt

Ein Blick auf den OpenClaw-Blog zeigt, dass hinter den Kulissen durchgehend gearbeitet wurde. Im Juni gab es eine Zusammenarbeit mit NVIDIA für bessere Sicherheit bei Agent-Skills, ein neues Exec-Approval-System für Enterprise-Einsätze und Performance-Optimierungen. Seit Mai 2026 unterstützt OpenClaw zudem nativ OpenAI-Modelle über den Codex-Harness - und Microsofts Scout-Agent basiert ebenfalls auf dem Framework.

🎯 Was das für die Praxis bedeutet

1. Lokale KI-Agenten testen: Mit OpenClaw und Hermes gibt es zwei ausgereifte Open-Source-Optionen, die komplett auf eigener Hardware laufen und keine Cloud-Abhängigkeit erzeugen.

2. Smartphone als Steuerungszentrale: Wer OpenClaw bereits nutzt, kann den Agenten jetzt auch unterwegs per iPhone oder Android beauftragen und Freigaben erteilen.

3. Datensouveränität ernst nehmen: Beide Frameworks zeigen, dass leistungsfähige KI-Assistenten ohne Datenabfluss an Dritte funktionieren. Für datensensible Unternehmen wird das zunehmend relevant.

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📰 Quellen
@openclaw auf X ↗ @RoundtableSpace auf X ↗ App Store ↗ Google Play ↗ OpenClaw Blog ↗
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