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Data Broker

Data Broker sind Unternehmen, die personenbezogene Daten sammeln, aggregieren und an Dritte verkaufen — ein Geschäft im Wert von geschätzten 250 Milliarden Dollar jährlich, das im Schatten der KI-Debatte oft übersehen wird.

Die bekanntesten Data Broker — Acxiom, Oracle Data Cloud, Experian, Equifax — sammeln Daten aus Hunderten Quellen: öffentliche Register, Umfragen, Kaufhistorien, App-Nutzung, Standortdaten, Social-Media-Aktivitäten. Sie erstellen detaillierte Profile, die Einkommen, Gesundheitszustand, politische Orientierung, Konsumgewohnheiten und Lebensereignisse umfassen.

Für die KI-Industrie sind Data Broker in zweierlei Hinsicht relevant. Erstens als Datenlieferanten: Unternehmen kaufen Datensätze, um ihre ML-Modelle für Werbung, Kreditscoring, Versicherung und Personalwesen zu trainieren. Zweitens als KI-Nutzer: Data Broker setzen selbst ML-Modelle ein, um Profile anzureichern, Muster zu erkennen und prädiktive Scores zu berechnen.

Die DSGVO hat Data Broking in Europa reguliert: Datenverkauf erfordert eine Rechtsgrundlage, Betroffene haben ein Recht auf Löschung und Auskunft. In den USA fehlt ein vergleichbares Bundesgesetz — nur Kalifornien (CCPA) und wenige andere Staaten haben eigene Regelungen.

Die ethische Kritik ist fundamental: Menschen wissen oft nicht, dass ihre Daten gehandelt werden, und haben keine effektive Kontrollmöglichkeit. Die Kombination von Data Broking und KI verschärft das Problem, weil Modelle aus aggregate Daten Rückschlüsse ziehen können, die weit über die ursprünglichen Datenpunkte hinausgehen.

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