LM Studio, die beliebteste Desktop-App zum Ausführen lokaler KI-Modelle, hat heute seine iPhone- und iPad-App „Locally" offiziell vorgestellt. Die Idee dahinter ist einfach: Das große Sprachmodell läuft weiter auf dem Desktop, das Smartphone wird zum mobilen Chatfenster.

Wie das technisch funktioniert

Das Herzstück ist LM Link, ein Feature, das LM Studio schon für Desktop-zu-Desktop-Verbindungen kannte. Es stellt eine Ende-zu-Ende-verschlüsselte Verbindung zwischen Geräten her. Konkret bedeutet das: Das Modell läuft auf dem Heim-PC oder dem Büro-Rechner, das iPhone verbindet sich über LM Link und schickt Anfragen dorthin. Alle Chats werden lokal auf den jeweiligen Geräten gespeichert, nichts geht durch fremde Server.

Voraussetzung ist, dass LM Link auf dem Desktop aktiv ist und das Smartphone im gleichen Netzwerk hängt - oder per gesicherter Verbindung erreichbar ist. Wer zu Hause einen leistungsstarken Rechner mit einem großen Modell wie Llama 3 70B oder Qwen 72B betreibt, kann dieses Modell damit erstmals auch unterwegs nutzen, ohne es auf das Smartphone quetschen zu müssen.

Warum das ein anderer Ansatz ist

Es gibt bereits KI-Apps für iOS, die Modelle direkt auf dem Gerät ausführen - etwa MLX-basierte Lösungen, die Apples Neural Engine nutzen. Der Haken: Auf einem iPhone läuft vernünftigerweise nur ein kompaktes Modell, typischerweise im 3B- bis 8B-Bereich. Locally mit LM Link umgeht das Problem, indem das Modell auf einem leistungsfähigeren Gerät bleibt.

LM Studio hatte die Locally-App Anfang 2026 übernommen und seitdem in die eigene Infrastruktur integriert. Heute ist das Ergebnis davon auf dem App Store verfügbar.

Was das in der Praxis heißt

Wer bisher LM Studio kennt und nutzt, bekommt damit eine naheliegende Erweiterung. Wer gerade erst mit lokalen Modellen anfängt, stößt unweigerlich auf die Frage: Kann ich das auch vom Sofa aus nutzen, ohne den Laptop aufzuklappen? Die Antwort lautet jetzt: ja, wenn der Desktop läuft.

🎯 Was das für die Praxis bedeutet

1. Hardware bleibt entscheidend: LM Link ist kein Zauber - das Modell läuft auf dem Heimrechner, nicht in der Cloud. Wer lokal große Modelle nutzen will, braucht weiterhin genug RAM und idealerweise eine GPU mit ausreichend VRAM.

2. Datenschutz als Argument: Für alle, die Cloud-Anbietern keine Gesprächsdaten überlassen wollen, ist das eine interessante Option. Ende-zu-Ende-verschlüsselt, Chats lokal gespeichert - das Versprechen ist klar.

3. Einstiegshürde sinkt: LM Studio ist kostenlos, Locally ist kostenlos. Wer einen halbwegs aktuellen PC oder Mac hat, kann heute anfangen - und das Modell ab sofort auch vom iPhone aus befragen.

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📰 Quellen
LM Studio auf X ↗ LM Studio Locally ↗ LM Studio Blog ↗
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