Google hat NotebookLM grundlegend umgebaut. Was bisher ein Tool zum Zusammenfassen hochgeladener Dokumente war, wird zum autonomen Forschungsassistenten - mit eigener Websuche, Code-Ausführung und Dutzenden Exportformaten. Josh Woodward, VP of Gemini and Google Labs, stellte das Update heute vor.

Was sich ändert

Die wichtigste Neuerung: Man muss nicht mehr mit fertigen Dokumenten starten. NotebookLM hilft jetzt aktiv beim Aufbau einer Quellensammlung. Wer eine lose Idee oder Fragestellung eingibt, bekommt über die integrierte Google-Suche passende Webquellen vorgeschlagen - und kann sie direkt ins Notebook übernehmen. Damit wird aus dem bisherigen Dokumenten-Reader ein Werkzeug, das den gesamten Rechercheprozess abdeckt: von der ersten Idee bis zum fertigen Report.

Unter der Haube läuft jetzt Gemini 3.5. Jedes Notebook bekommt außerdem eine eigene sichere Cloud-Computing-Umgebung. Das klingt abstrakt, heißt aber konkret: NotebookLM kann Code schreiben und ausführen. Wer ein Spreadsheet hochlädt, bekommt nicht nur eine Zusammenfassung, sondern auf Wunsch auch statistische Analysen, Trends und fertige Diagramme - alles in einer isolierten Sandbox, ohne dass Daten das Notebook verlassen.

Über 100 Software-Skills und massenweise Exportformate

Google hat laut eigenem Blogpost über 100 kuratierte Software-Skills integriert. Damit kann NotebookLM komplexere Aufgaben in Teilschritte zerlegen und gezielter abarbeiten. Die Ergebnisse lassen sich in einer Breite von Formaten exportieren, die das Tool erstmals auch für professionelle Workflows interessant macht:

  • Dokumente: PDF, DOCX, Markdown, TXT
  • Daten: CSV, JSON, Charts und Visualisierungen (PNG, SVG)
  • Präsentationen: PPTX-Slide-Decks
  • Bilder: PNG, JPG, GIF

Damit geht NotebookLM weit über das hinaus, was die cinematic Video-Funktion vor wenigen Monaten angedeutet hatte. Google positioniert das Tool nicht mehr als Nischenprodukt für Studenten, sondern als vollwertige Recherche- und Analyseplattform.

Für wen das relevant ist - und was es kostet

Die neuen Funktionen sind für Google AI Ultra-Abonnenten und Workspace-Business-Kunden mit AI-Ultra-Zugang verfügbar. Ein kostenloses Tier gibt es weiterhin, aber die agentischen Features und die Cloud-Computing-Umgebung sind dem Premium-Angebot vorbehalten.

Für den Markt ist das Update ein Signal: Google positioniert NotebookLM direkt gegen die eigenen Gemini-Notebooks, gegen ChatGPTs Deep Research und gegen spezialisierte Tools wie Elicit oder Consensus. Die Frage ist, ob ein Tool, das Websuche, Dokumentenanalyse und Code-Ausführung in einer Oberfläche vereint, den fragmentierten Recherche-Workflow tatsächlich ablösen kann.

🎯 Was das für die Praxis bedeutet

1. Recherche-Workflows konsolidieren: Wer bisher zwischen Google Scholar, ChatGPT und Spreadsheets wechselt, sollte NotebookLM als zentrale Plattform testen - die Kombination aus Websuche, Analyse und Export spart mehrere Arbeitsschritte.

2. Datenanalyse ohne Code-Kenntnisse: Die integrierte Cloud-Computing-Umgebung macht statistische Auswertungen auch für Nicht-Programmierer zugänglich. Spreadsheet hochladen, Frage stellen, Ergebnis als Chart exportieren.

3. Exportformate strategisch nutzen: PPTX-Export direkt aus der Recherche heraus spart den Umweg über separate Präsentationstools. Für Teams, die regelmäßig aus Recherchen Entscheidungsvorlagen bauen, ein konkreter Produktivitätsgewinn.

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📰 Quellen
Google Blog ↗
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