Anthropic macht Claude Cowork plattformunabhängig. Der KI-Agent, der bisher nur über die Desktop-App lief, wird ab sofort auch über den Browser und auf Mobilgeräten verfügbar. Gleichzeitig verlängert Anthropic den kostenlosen Fable-5-Zugang für alle zahlenden Abonnenten bis zum 12. Juli.
Cowork auf allen Geräten: Aufgabe abgeben, Laptop zuklappen
Das Prinzip von Claude Cowork bleibt dasselbe: Man delegiert eine komplexe Aufgabe an Claude, und das Modell arbeitet sie selbstständig ab - mit Rückfragen bei jeder Entscheidung, die menschliches Urteil erfordert. Der Unterschied: Wer bisher die Desktop-App brauchte, kann Cowork jetzt direkt auf claude.com oder auf dem Smartphone starten.
In der Praxis heißt das: Eine Aufgabe am Rechner anstoßen, das Laptop zuklappen, und den Fortschritt unterwegs auf dem Handy verfolgen. Oder umgekehrt - vom Handy aus eine Recherche beauftragen und die Ergebnisse später am Desktop weiterbearbeiten. Cowork läuft im Hintergrund weiter, unabhängig vom Gerät.
Fable 5 bleibt bis 12. Juli kostenlos
Parallel dazu schickt Anthropic seine Fable-5-Promotion in die Verlängerung. Alle Nutzer mit Pro-, Max- oder Team-Abo können das Modell bis zum 12. Juli 2026 weiterhin ohne Aufpreis nutzen - bis zu 50 Prozent des wöchentlichen Kontingents dürfen auf Fable 5 entfallen.
Laut der Support-Dokumentation gilt die Aktion auch für Premium-Seats auf Enterprise-Plänen, sofern die Organisation den Zugang aktiviert hat. Was nicht enthalten ist: der Free-Plan, Standard-Enterprise-Seats und API-Nutzung. Nach Erreichen des Fable-5-Limits können Nutzer entweder Usage Credits zukaufen oder auf ein anderes Claude-Modell wechseln.
Der Zugriff funktioniert über alle Claude-Oberflächen: Web, Mobile, Desktop, Cowork, Code, Design und Claude for Microsoft 365. Fable 5 verbraucht das wöchentliche Limit allerdings schneller als andere Modelle - wer parallel viel mit Opus oder Sonnet arbeitet, hat entsprechend weniger Fable-5-Budget übrig.
Was Anthropic damit signalisiert
Beide Ankündigungen zusammen ergeben ein klares Bild: Anthropic will Cowork als dauerhaften Begleiter im Arbeitsalltag etablieren - nicht als Feature, das man am Schreibtisch startet und wieder vergisst. Die Kombination aus mobiler Verfügbarkeit und dem weiterhin kostenlosen Zugang zum stärksten Modell senkt die Einstiegshürde für neue Nutzer erheblich. Ob die beeindruckenden Fable-5-Ergebnisse genug Stickiness erzeugen, damit Nutzer nach dem 12. Juli Usage Credits kaufen, wird sich zeigen.
Das Timing dürfte kein Zufall sein. Für heute wird der breite Launch von GPT-5.6 erwartet - OpenAIs bisher stärkstes Modell. Hätte Anthropic den Fable-5-Gratiszugang wie ursprünglich geplant am 5. Juli auslaufen lassen, stünden viele Claude-Nutzer jetzt ohne Zugang zum Top-Modell da - genau in dem Moment, in dem OpenAI mit einem potenziell überlegenen Konkurrenzprodukt um die Ecke kommt. Die Verlängerung bis zum 12. Juli wirkt vor diesem Hintergrund wie eine defensive Maßnahme: Solange Fable 5 kostenlos im Abo läuft, gibt es für Nutzer wenig Grund, neugierig bei der Konkurrenz vorbeizuschauen und sich dort ein Abo zu holen.
🎯 Was das für die Praxis bedeutet
1. Cowork sofort testen: Wer bisher keinen Desktop-Client installieren wollte, kann Cowork jetzt direkt im Browser auf claude.com ausprobieren - ohne Download oder Einrichtung.
2. Fable-5-Kontingent nutzen: Bis 12. Juli läuft das stärkste Claude-Modell ohne Aufpreis im Abo. Aufwendige Projekte jetzt starten, solange das Kontingent kostenlos ist.
3. Geräteübergreifend arbeiten: Die mobile App eignet sich besonders für unterwegs gestartete Aufgaben und zum Nachverfolgen laufender Cowork-Sessions. Wer viel reist, spart damit Zeit.



